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→ Zurück zur GPS-Route Übersicht Zielsetzungen und Methoden der WegpunktkonversionAnlass für die Entwicklung von GPS-Route war der Wunsch, eine für's Motorradfahren taugliche Navigationsunterstützung zu bekommen, ohne direkt weit mehr als 1000 EUR dafür auf den Tisch zu legen. Erste Versuche mit PocketPC-gestützten Systemen und Ähnlichem haben sich für mich als eher unpraktisch erwiesen. Seit dem ersten Ansatz von GPS-Route hat sich aber so einiges auf dem PocketPC-Sektor getan, so dass sich diese Plattform, zwar mit einigem Zusatzaufwand, was Wasserdichtigkeit und Schüttelfestigkeit angeht, nun auch für Motorradfahrer als zunehmend attraktiv herausbildet. Die folgenden Überlegungen und Ausführungen betreffen insbesondere die Spezies der autonomen, nicht selbst routenden GPS-Handgeräte, die den Schwerpunkt des Einsatzbereiches ausmachen. Doch auch für intelligente PocketPC-basierte Navi-Systeme hat sich GPS-Route als zweckdienlich erwiesen, weil die Übersicht eines großen PC-Bildschirms und die guten Routingfähigkeiten selbst billiger Tourenplaner vom kleinen PocketPC-Bildschirm nicht erreicht werden. Zum eigenen Programmieren angeregt wurde ich durch Detlev Reymanns kostenlos erhältliches Programm TC2WP, das grundsätzlich eine ähnliche Idee (Extraktion von Routeninformation aus Exporten der diversen vektorkartenbasierenden Tourenplaner) verfolgte, aber hinsichtlich seiner Funktionalität nicht das bot, was ich mir eigentlich gewünscht hatte und grundsätzlich aus den Tourenbeschreibungsexporten zu extrahieren ist: Eine möglichst effektive Routenführung auf der Straße durch sprechende Wegpunktnamen, die möglichst wenig Anlass zum Nachdenken und zu notwendiger Interaktion in der Verkehrssituation geben durfte. So entstand nach und nach ein eigenes Programm mit immer mehr (computertechnischer) Intelligenz bei der Analyse der vom Tourenplaner exportierten Fahranweisungen. Die daraus entstehende Abfolge der GPS-Routenpunkte dient möglichst kompromisslos folgenden Hauptzielen:
Da die Routenspeicher der GPS-Empfänger in der Regel recht klein sind und auch die Anzahl der Routenpunkte einer Route aus unerklärlichen Gründen meist auf eine geringe Zahl (typisch 30 oder 50) beschränkt ist, bedeutet dies insbesondere, dass mit der Verteilung der Punkte möglichst geknausert werden muss, aber so, dass die Funktionalität des Geführtwerdens nicht beeinträchtigt wird. Eine Möglichkeit besteht darin, nur so genannte "wesentliche Wegpunkte" in den GPS-Empfänger zu übertragen -- also solche, an denen eine Aktion in Form eines Abbiegens usw. erfolgen muss. Hierdurch würde die Anzahl der zu verwaltenden Routenpunkte auf das geringstmögliche Maß reduziert. Es zeigt sich aber in der Praxis immer wieder, dass man in der Fahrsituation verwirrt ist, wenn der selbstgefahrene Track wesentlich von der eingezeichneten Routenlinie abweicht. Schließlich kann man nicht grundsätzlich einen Navigationsfehler beim vorherigen Abbiegehinweis ausschließen. Entsprechend ist es hilfreich, wenn die eingezeichnete Routenlinie sich durch begrenzte Aufnahme zusätzlicher Stützpunkte stärker an den tatsächlichen Streckenverlauf anschmiegt. Wird statt der wesentlichen Wegpunkte die "detaillierte Liste" als Exportoption ausgewählt, stehen hierzu in der Regel (über-)reichlich viele zur Verfügung. Dieser Fundus an wesentlichen und unwesentlichen Wegpunkten wird nun nach Kräften gesiebt, um die genannten Ziele möglichst gut zu erreichen. Folgende Aktionen werden von GPSROUTE durchgeführt:
Neben der Routenextraktion aus den Vektordatensystemen wurde schließlich der Wunsch geboren, auch verbreitete Rasterkartensysteme zur effizienten Tourplanung für Mountainbike- oder Wandertouren nutzen zu können. Hierzu wurde eine Schnittstelle zum Top50 Rasterkartensystem geschaffen, die textuelle Overlay-Exporte interpretiert und in GPS-gerechte Routen aufbereitet. Bedingt durch die Rasterkartengrundlage kann hier nur manuell geroutet werden, und die in der Karte selbst einzuzeichnenden Stützpunkte der Route sind hierdurch nur so genau, wie der Planer sie platziert hat. Der später im GPS-Empfänger als Route angezeigte Linienzug darf natürlich nicht mit einem Straßenverlauf verwechselt werden! Diese Begrifflichkeit ist dem einfachen GPS-Empfänger fremd: er kennt nur isolierte Punkte, die er mit geraden Linien verbindet. Hierdurch kann es beispielsweise vorkommen, dass zwar der Routenlinienzug von einem gegebenen Routenpunkt im wesentlichen nach rechts weist, die textuelle Fahranweisung aber "Li", also links angibt. Diese Fahranweisung bezieht sich auf die lokale Situation, die natürlich von der tatsächlichen Richtung abhängt, aus der man sich dem Wegpunkt nähert. Dies ist besonders gut zu erkennen, wenn man im Fahrbetrieb ein Tracklog mitlaufen lässt und den tatsächlich gefahrenen Streckenverlauf mit dem Routenlinienzug vergleicht. Viele Empfänger bieten auch die Möglichkeit, die Kartendarstellung der Situation angepasst so zu drehen, dass immer "Bildschirm oben" = "geradeaus" ist. Dies ist zunächst hinsichtlich der Kartendarstellung etwas verwirrend (weil man Landkarten immer mit Norden = oben kennt), aber die Verbindung mit den eingezeichneten Routenlinien ist diese Einstellung meist recht gut interpretierbar. Des weiteren kann man nicht davon ausgehen, dass der zwischen den Routenpunkten gezogene Strich an einer Abbiegestelle der Richtung entspricht, in die die abgehende Straße auch wirklich verläuft. Vielmehr beobachtet man des Öfteren direkt nach dem Abbiegen gänzlich andere Fahrtrichtungen, was zu der Unsicherheit führt, ob man sich vielleicht doch verfahren hat. Je nach Empfänger stehen zur Klärung unterschiedliche Hilfestellungen bereit, sofern als Exportvariante nicht ein XML-Export der neueren Tourenplaner oder ein ASCII-Export des Top50-Systems verwendet wurde. (In diesen Dateien sind keine Himmelsrichtungsangaben vorhanden, also können auch keine ausgewertet werden.)
Organisation der StreckenüberlappungDa die Anzahl der Navigationspunkte für eine geplante Tour in der Regel deutlich die in einer Route des Empfängers erlaubten überschreitet, wird sie entsprechend den Möglichkeiten des Empfängers in Häppchen aufgeteilt. Hierbei wird eine Streckenüberlappung zweier aufeinander folgender Routen vorgesehen, die einer frei definierbaren minimalen Streckenlänge entspricht. Unterschieden wird hierbei einerseits die Gesamtüberlappung und andererseits das Vorliegen einer Minimaldistanz zwischen zwei Wegpunkten in diesem Überlappungsbereich:
So wird sichergestellt, dass unabhängig von der aktuellen Routenpunktdichte, die (im Vergleich von Überlandstrecken zu Stadtdurchquerungen) leicht um das Zwanzigfache(!) und mehr variieren kann, eine hinreichende Wegstrecke/Fahrzeit zum Umschalten zur Verfügung steht. Hierdurch wird beim Umschalten der aktiven Routen im Empfänger auf der Strecke dafür gesorgt, dass praktisch ein durchgehender Routenzug den Navigierenden führt. Details werden im Abschnitt zur Aufbereitung der Routeninformationen erläutert. Das Einhalten einer genauen Überlappungsstrecke ist aufgrund der Datenlage nicht machbar oder sinnvoll: Es können hierzu ja keine weiteren Wegpunkte hinzu erfunden werden. So kann es durchaus vorkommen, dass trotz einer gewünschten Überlappung von z.B. 1 km die reale 5 km oder mehr beträgt, wenn die Routenpunkte in diesem Bereich gerade besonders spärlich gesät sind. Wird das alte Verhalten des Routenanschlusses gewünscht, bei dem nur genau der letzte Punkt einer Route als erster der nächsten noch einmal verwendet wurde, ist ein negativer Wert für den "-o"-Parameter anzugeben. Zur Kenntlichmachung, ab wann auf die nächste Route umgeschaltet werden sollte, wird der textuellen Ausgabe des ersten, in beiden Routen vorhandenen Wegpunkts bei der Garmin-Utilities-Aufbereitung ein "+" angehängt. Für die anderen Aufbereitungsmodi wird das "-"-Zeichen im Wegpunktnamen zu diesem Zweck durch ein "+"-Zeichen ersetzt. Da ja jeder angezeigte Wegpunkt der jeweils nächste anzusteuernde ist, ist das (erste) Auftauchen des "+" nur als Vorankündigung zu sehen, dass nach dem Passieren dieses Punkts der Überlappungsbereich beginnt. Die im Überlappungsbereich anzusteuernden Wegpunkte werden hingegen mit einem anderen Zeichen als Trennung zwischen Richtungsangabe und Schwanz kenntlich gemacht. Bei der Erstellung einer ausschließlich für Magellan-Emfänger nutzbaren SD-Kartendatei wird hierbei ein "=" verwendet -- eine Art Hinweis darauf, dass man sich in einer Parallelführung zweier Routen befindet und jetzt ohne Unterbrechung der Führung auf die nächste Route umschalten kann. Leider steht auch bei neueren Garmin-Geräten das "="-Zeichen nicht zur Verfügung. Um trotzdem eine für viele Empfänger direkt funktionsfähige Wegpunktnomenklatur ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Optionen zu erzeugen, wird bei allen Aufbereitungen außer der Magellan-Kartendatei standardmäßig ein "++" zu diesem Zweck eingesetzt, wenn hierdurch die maximale Länge der Wegpunktnamen von 8 Zeichen nicht überschritten wird. (Bei Nutzung der Himmelsrichtungsaufbereitung würden allerdings so 9 Zeichen für einen Wegpunktnamen zusammenkommen, daher wird dort auch für die Überlapppunkte nur das "+" als Kennzeichnung eingesetzt. Diese Kennzeichnung kann aber nach Belieben (unter Berücksichtigung der Fähigkeiten des Empfängers) über die -= Option modifiziert werden. Schließlich gibt es noch eine Reihe von recht archaisch ausgestatteten GPS-Empfängern, die noch nicht einmal das "+" im Zeichensatz haben. Für diese gibt es schließlich noch die Option "-a" (wie archaisch), die den ersten Überlappungswegpunkt mit "_", die weiteren mit "__" markiert. Diese Option wird stärker gewichtet als eine Angabe einer frei gewählten Sonderkennzeichnung. Da diese Kennzeichnung gegenüber dem "-" aber relativ schlecht zu erkennen ist, sollte man nur in Notfällen auf diese Option zurückgreifen. → Zurück zur GPS-Route Übersicht P. Roosen 2004-07-10 |